New Work heißt nicht No Work

Wer Zeit gestaltet statt nur nutzt, macht Arbeit wirkungsvoll, gesund und zukunftsfähig.

Der Ausdruck „New Work“ wird oft negativ wahrgenommen. Man verbindet ihn schnell mit weniger Arbeitszeit, reduzierten Wochenstunden, flexiblen Arbeitsplätzen außerhalb eines Büros oder beispielsweise in einem Strandhäuschen in Form von Workation. Aus diesen Assoziationen entsteht schnell der Eindruck von „No Work“, einer Einstellung, nicht arbeiten zu wollen, Prioritäten anders zu setzen und weniger Leistung bringen zu wollen.

Im Fokus dieses Missverständnisses oder Konfliktes steht letztendlich ein großes Thema: Die Arbeitszeit, die Währung unserer Leistung.

Was bedeutet New Work wirklich? Definieren wir es zeitgemäß und verständlich. 

Als Begründer der New Work Bewegung ist Frithjof Bergmann bekannt, ein Philosoph und Anthropologe, der das Grundlagenwerk „Neue Arbeit, neue Kultur“ 2019 publizierte. Der New Work Gedanke geht über eine gradlinige Definition hinaus, es ist ein facetten- und dimensionsreiches Konstrukt. Der Mensch soll nicht mehr nur als Mittel zum Zweck, wie bei der Fließbandarbeit, Arbeit verrichten und Aufgaben abarbeiten. Aus dem Blickwinkel der neuen Arbeit sollen der Mensch und seine Bedürfnisse viel mehr im Mittelpunkt stehen, um sich selbst mit der Arbeit zu verwirklichen und Stärken und Talente zu fördern. Damit verbindet Bergmann gesunde Arbeit und Freiheit. Die Arbeit soll transformiert werden, unter anderem durch den intelligenten Gebrauch von innovativen Technologien.

Damit ist New Work nicht nur ein Begriff, es ist ein Baukasten aus Konzepten, der Unternehmen in einer sich stetig wandelnden Zeit mit Innovationen, Globalisierung, Unsicherheiten und Wertewandel neue Chancen für einen nachhaltigen Erfolg bietet. In der Umsetzung der Konzepte gibt es ein ebenso großes Facettenreichtum in der Flexibilität, der Ortsunabhängigkeit und der Individualität. Von hybriden Arbeitsmodellen, flexiblen Arbeitszeiten und mehr Kompetenzen des Einzelnen. Über allem steht hierbei die Verantwortung jedes Mitarbeitenden, denn ohne diese funktioniert das Modell New Work nicht.


Die härteste Währung in der Arbeitswelt – Zeit!

Wir alle kennen den Ausdruck „Zeit ist Geld“, doch was steckt alles dahinter? In unserer heutigen Arbeitswelt wird Leistung an dem Verhältnis von Arbeit zu Zeit gemessen. Je höher das Arbeitspensum und je geringer die dafür benötigte Zeit ist, desto höher ist die Leistung. Daraus resultiert Zeitdruck. Nehmen wir uns dann wirklich auch genug Zeit, um Kundenanfragen zu bearbeiten, um Mitarbeitergespräche zu führen, um Projekte erfolgsbringend zu bearbeiten? Aus dem Zeitdruck wird schnell Erfolgsdruck, denn unsere Leistung wird bemessen.

Die Arbeitszeit, die Zeit selbst, ist eine wertvolle Ressource, welche nicht reproduzierbar ist. Man hat sie und muss sie nutzen, so effizient wie möglich, sonst ist sie weg, gemäß dem Motto „was man nicht nutzt, ist verloren.“ Der New Work Gedanke bringt Arbeit und Zeit in ein effizientes und menschliches Gleichgewicht. Mit dem Einsatz von intelligenten Technologien ist es der Arbeitswelt heute möglich, Zeit wertschöpfend auszugestalten.

Zeig Haltung – Wertschätze Zeit!

Unter Zeitdruck lassen sich Personalführung, Wertschätzung und fundierte strategische Entscheidungen schwer unter einen Hut bringen. Doch wie schafft man sich Freiräume? Wie kann eine endliche Ressource freigesetzt werden?

Zunächst muss aufgedeckt werden, wo die täglichen Zeitfresser sind. Welche Prozesse und Arbeitsabläufe nehmen zu viel Raum im täglichen Doing ein? Wie lassen sich persönliche Freiräume und Fokuszeiten schaffen? Hierbei spielt die Zeiterfassung als grundlegendes Instrument eine wichtige Rolle, denn sie bemisst den Arbeitstag. Sie ist weniger ein Kontroll- als ein Steuerungsinstrument. Unabhängig des Modells, sie zeigt das Soll an, aber ebenso das Ist, mit Überstunden oder auch Unterschreitungen. Sie führt Mitarbeitenden und Führungskräften die Ressource Zeit messbar vor Augen.

Mit der Identifizierung der zeitlichen Baustellen können anschließend die nächsten Schritte eingeleitet werden. Das Bewusstsein schärfen, die Notwendigkeit zu erkennen. Wie kann Arbeit nun so gestaltet und optimiert werden, dass sie nicht auslaugt, sondern Energie, Motivation und Kraft gibt?

Um das Gleichgewicht zwischen Mensch und Arbeit zu halten, müssen Kapazitäten wirtschaftlich und sinnstiftend genutzt werden. Egal ob frisch geschaffen oder stets vorhanden. Hierbei spielt in erster Linie die Personalplanung eine große Rolle: Wo werden welche Menschen mit welcher Qualifikation und in welchem Maß benötigt und eingesetzt? Rückendeckung in der ausgeglichenen Planung gibt auch hier eine exakte Zeiterfassung, denn auch hier zählt Ist und Soll und der Arbeitnehmer mit seinen Bedürfnissen nach Arbeit und Freizeit. Auf der zweiten Ebene spielt die Selbstorganisation eines jeden Einzelnen eine entscheidende Rolle. Wie wird die eingeteilte Zeit genutzt?

Welche Technologien können genutzt werden, um wiederkehrende Prozesse zu automatisieren? Optimiert man diesen Schritt, werden nicht nur frische Kapazitäten freigestellt, sondern auch Fehlerquellen eliminiert. Der positive Nebeneffekt auf der menschlichen Ebene ist die geschaffene Freiheit, nun Zeit für wertschöpfende, kreative und herausfordernde Aufgaben zu haben. Raus aus dem wiederkehrenden Trott, hinein in erfüllende und abwechslungsreiche Aufgaben!

Praxisbeispiel: Der New-Work-Baukasten in der Umsetzung

Stellen wir uns ein mittelständisches Unternehmen vor, das vor der Herausforderung steht, qualifizierte Mitarbeiter zu halten und neue Talente zu gewinnen. Viele Angestellte klagen über zu viel Druck und wenig Freiraum. Die Geschäftsleitung erkennt, dass ein Umdenken nötig ist, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern und gleichzeitig die Produktivität zu erhalten.

Man entscheidet sich, den New-Work-Baukasten gezielt einzusetzen und wählt verschiedene Module, die auf Vertrauen und Eigenverantwortung basieren:

"Flexible Arbeitszeiten und -orte":  Mitarbeiter können ihre Wochenarbeitszeit flexibel gestalten und einen signifikanten Teil ihrer Arbeitszeit mobil oder von zu Hause aus erledigen. Dies entspricht dem New-Work-Prinzip der Ortsunabhängigkeit und Flexibilität und ermöglicht eine effizientere Nutzung der Zeit durch individuelle Anpassung. Dank mobiler Zeiterfassung können dabei sowohl Arbeitszeiten als auch Projektzeiten ortsunabhängig und präzise erfasst werden.

"Technologiegestützte Effizienz": Durch die Implementierung neuer Softwarelösungen werden wiederkehrende administrative Aufgaben automatisiert. Dies schafft pro Mitarbeiter monatlich wertvollen Freiraum und setzt das New-Work-Prinzip des intelligenten Technologieeinsatzes um, wodurch Zeit für wertschöpfendere Tätigkeiten gewonnen wird. Die Zeiterfassung spielt hier eine Rolle, um die tatsächliche Entlastung und die neu gewonnenen Kapazitäten transparent zu machen und in die Personalplanung einzubeziehen.

"Fokus-Blöcke und Selbstorganisation": Teams definieren feste Zeiten im Kalender, in denen keine internen Meetings stattfinden, um ungestört an komplexen Aufgaben arbeiten zu können. Dieses Modul stärkt die individuelle Selbstorganisation und die Möglichkeit, sich auf wertschöpfende Tätigkeiten zu konzentrieren, was die Qualität der genutzten Zeit erheblich steigert. Die Ergebnisse der Zeiterfassung können hierbei helfen, die Effektivität dieser Fokus-Blöcke zu bewerten und die Personalplanung entsprechend anzupassen.

Als zu erwartendes Ergebnis würde die Mitarbeiterzufriedenheit mit hoher Wahrscheinlichkeit spürbar steigen, die Kreativität in Projekten zunehmen und die Fluktuation sinken. Dieser Erfolg würde jedoch maßgeblich auf der Verantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters basieren. Die neu gewonnenen Freiräume würden nicht für "No Work" genutzt, sondern bewusst eingesetzt: Die durch Automatisierung gesparte Zeit würden die Mitarbeiter in Weiterbildung, die Entwicklung neuer Ansätze oder die Vertiefung von Kundenbeziehungen investieren. Sie würden sich selbst organisieren, transparent ihre Verfügbarkeiten kommunizieren und sicherstellen, dass Projektziele erreicht werden. Wer seine Verantwortung nicht wahrnimmt, würde schnell merken, dass das System auf Vertrauen basiert und ein solches Verhalten die gesamte Teamleistung beeinträchtigen kann. New Work ist somit kein Selbstläufer, sondern eine Kultur, die durch die bewusste Auswahl und Anwendung der Baukasten-Module von jedem Einzelnen aktiv mitgetragen wird, um die endliche Ressource Zeit optimal für den gemeinsamen Erfolg zu nutzen.


Unser Fazit: Die Bedeutung von Zeit im Sinne von New Work

Unsere endliche Ressource Zeit symbolisiert wichtige Werte in unserer Arbeitswelt: Zeit zeigt Respekt, Priorität und Wertschätzung. Darum ist es unumgänglich, sich auch aktiv Zeit zu nehmen, um Aufgaben und Projekte zu bearbeiten, um Menschen zu führen und vor allem, um sich selbst ein gesundes Arbeitsumfeld zu ermöglichen.

New Work führt diese Werte nochmals neu vor Augen und fördert mit dem Konzept eine effiziente und freie Gestaltung von Arbeit und Arbeitszeit. Es soll nicht nichts gearbeitet werden, sondern im Gegenteil, die Arbeit soll so ausgestaltet werden, dass sie nicht nur Wert schöpft, sondern auch Sinn und Erfüllung für jeden Einzelnen. 

Durch den Einsatz von intelligenten Softwarelösungen, wie beispielsweise ZEUS® von ISGUS, einer ausgereiften ALL-IN-ONE Lösung für modernes Workforce Management, ist es möglich, Arbeit flexibel und effizienter zu gestalten und dabei individuelle Freiräume zu schaffen. Flexibilität wird mit dem Einsatz der Softwarelösung nicht nur für die Arbeitszeit und -weise geboten, sondern auch in der allgemeinen Ausgestaltung des individuellen Workforce Managements jedes Unternehmens. Denn ZEUS® ermöglicht durch die Modularität individuelle Lösungen für individuelle Anforderungen.

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