Feel the Five:
5 Fragen an Franziska Semer
Mein inneres Feuer geht an, wenn ich spüre, dass ein Raum kippt: weg von Ausweichen, hin zu ehrlicher Auseinandersetzung. Diese Momente, in denen es kurz still wird und dann etwas Echtes gesagt wird – dafür mache ich diese Arbeit.
Mit mir entsteht oft ein Raum, in dem Dinge ausgesprochen werden, die sonst liegen bleiben.
Nicht laut, nicht dramatisch, aber wirksam.
1\. Ich bin gerade umgezogen und mein Alltag fühlt sich ein bisschen nach Improvisation auf Dauerbetrieb an.
Zwischen Kisten, Übergangslösungen und „Wo ist eigentlich schon wieder mein…?“ lerne ich gerade sehr praktisch, wie sich Veränderung im echten Leben anfühlt. Spoiler: Sie ist selten so aufgeräumt wie in Workshop-Konzepten.
2\. Ich bin introvertiert und trotzdem liebe ich meine Arbeit. Ich liebe Konferenzen wie den HRC für die Gespräche zwischen Tür und Angel.
Und ich brauche danach ziemlich konsequent Ruhe, um meine Akkus wieder aufzuladen. Beides gehört für mich zusammen.
3\. Stuhlkreise lösen bei mir einen leichten Fluchtinstinkt aus. Ja, ironisch für eine Facilitatorin. Ich weiß, wofür sie gut sind.
Und trotzdem denke ich manchmal: Können wir bitte auch einfach irgendwo sitzen, ohne uns gleich im Kreis der Gefühle zu sortieren?
Gerade lässt mich diese Frage nicht los: Wo spiele ich eigentlich noch Rollen, die mir längst zu eng geworden sind? Ich merke, dass ich keinen Bock mehr habe, ständig zu „liefern“, wenn sich etwas innerlich schon nicht mehr stimmig anfühlt. Irgendwas in mir will ehrlicher hinschauen, statt weiter sauber zu funktionieren.